Mittwoch, 5. April 2017

Autoreninterview mit Anja Burkel


Hallöchen meine Lieben!
Dieses mal darf ich euch ein Interview mit der Autorin Anja Burkel präsentieren. Vor kurzen habe ich eine Rezension zu ihrem Buch "Was darf´s denn sein, junger Mann?" veröffentlicht. Mir hat das Buch supergut gefallen. Vielleicht wäre es ja auch etwas für euch.
Aber jetzt mal zum Interview. :-)



(c) Ullstein Verlag

 

 

Frage 1: Könntest du dich meinen Lesern kurz vorstellen?

Dass ich ein Siebzigerjahre-Kind bin, hört man vielleicht schon am Vornamen. In München studierte ich Journalistik, Politik und Recht und besuchte die Deutsche Journalistenschule. Zunächst verdingte ich mich dann auch als Journalistin – vorrangig bei der Süddeutschen Zeitung. Später wechselte ich in die Pressestelle der Ludwig-Maximilians- Universität München und kam schließlich auch zum Bücherschreiben. Heute lebe ich mit meiner Familie in England, in einem Häuschen nahe der Irischen See.




                                  





                                 
                              (c) privat

 

Frage 2: Wer oder was hat dich dazu inspiriert dieses Buch zu schreiben?

Als ich damals meine eigene Oma im Altenheim besuchte, dachte ich: Irgendwann schreibe ich ein Buch, das hier spielt. Als dann viel später ein gleichaltriger Bekannter tatsächlich in eine „Seniorenresidenz“ zog, einfach weil die Lage für ihn günstig war, konnte ich nicht aufhören über sein ungewöhnliches Zusammenleben nachzudenken. So entstand die Idee zum Roman Was darf’s denn sein, junger Mann?, in dem Jungmanager Fred ohne gesundheitliche Not ins Seniorenheim geht, um sich ganz der Karriere hinzugeben. Viele private Erinnerungen, nicht nur aus dem Altenheim meiner eigenen Großmutter, habe ich dabei einfließen lassen: Die alte Dame, die ihr Plüschtier streichelt wie einen echten Schoßhund. Den kernigen Greis, der einen pulsierenden Elektrozaun über seinen Freunden hochhebt. Aber auch den Altenheim-Bewohner, den das Personal heimlich „Der Würger“ nennt. Dagegen ist der junge Manager, der die Senioren per Skype mit ihren Urenkeln verbindet, nur so eine Idee.


Frage 3: Hast du einen besonderen Ort an dem du am liebsten schreibst?

Für Was darf’s denn sein, junger Mann? habe ich mich zur Inspiration öfter in ein richtiges Oma- Café gesetzt – und beim Schreiben am Laptop schöne altmodische Sahnetorten und Filterkaffee genossen. Dort hatte ich das Gefühl, mittendrin zu sitzen in meiner Geschichte.



Frage 4: Liest du privat auch gerne? Wenn ja, was liegt zur Zeit auf deinem Nachtkästchen?

Zur Zeit lese ich die Kurzgeschichten-Sammlung Das Gartenfest von der neuseeländischen Schriftstellerin Katherine Mansfield. Als Mutter lese ich aber eben auch viel vor. Daher liegen schonmal verrückte Titel wie Aliens love Underpants oder Barry the Fish with Fingers auf meinem Nachttisch…



Frage 5: Hast du ein Idol? Wenn ja, wem und warum?

Nick Hornby! Ich bewundere seinen unterschwellig ironischen Schreibstil, die Art, wie er beim Leser Lachkrämpfe auslöst (jedenfalls bei mir!), und seine kreativen und, wie ich finde, sehr klugen Gedankengänge zu ganz alltäglichen Themen.



Frage 6: Gibt es ein Zitat oder einen Spruch, den du einmal in einem Buch gelesen bzw. gehört hast und dich seit jeher nicht mehr loslässt?

In Nick Hornbys How to be good heißt es (gekürzt): „… It’s easy to love someone you don’t know, like George Clooney… Staying civil to someone with whom you’ve ever shared a Christmas turkey – now there’s a miracle.“



Frage 7: Hattest du währen des Schreibens eine Schreibblockade, wenn ja wie gingst du damit um?

Kreative Lücken, in denen am Schreibtisch nichts ging, versuchte ich zum Beispiel mit einem Spaziergang zum örtlichen Altenheim oder der Lektüre einer Fachzeitschrift für Pflege zu füllen. So bekam ich im Idealfall den Kopf wieder frei – oder wenigstens eine Pause.



Frage 8: Gibt es schon neue Buch-Projekte, über die du uns eine Kleinigkeit erzählen könntest?

Ich lebe ja in England – und plane eine Geschichte, die um den Brexit und die britische Krone kreist, Arbeitstitel Let’s sell the Queen! Aber auch ein Kinderbuch würde mich reizen.



Frage 9: Wer war der Erste der dein Buch lesen durfte und wie kam es an?

Mein Mann, meine Schwester und eine sehr gute Freundin. Soweit ich mich erinnere, mochten sie es (oder waren sehr höflich).



Frage 10: Hast du ein paar Ratschläge, für junge Autoren, die du ihnen mit auf dem Weg geben könntest?

Einen ganz praktischen: Auf Verlagssuche hatte ich die Story in einer Schlagzeile zusammengefasst und diese fett vorne auf den Umschlag geschrieben – um meinen Brief im Lektorat hervorzuheben.



Frage 11: Ab wann wusstest du das dein Manuskript fertig zum Abschicken war?

Vermutlich würde ich noch heute dran schreiben, wenn ich nicht eine Deadline gehabt hätte! Nein, es war eine Entscheidung gemeinsam mit meinem sehr netten Lektor.



Frage 12: Was ist die Lieber? Ebook oder Printbook?

Print – ich schaue schon beruflich so viel auf den Bildschirm, da möchte ich abends im Bett gern Papier angucken. Andererseits kann man an E-Books eine ganze Bibliothek mit in die U-Bahn nehmen.



Frage 13: Kannst du uns kurz den Weg von der Idee deines Buches, bis zur Veröffentlichung beschreiben?

Der Ullstein-Verlag war von der Altenheim-Idee gleich angetan. Später musste ich aber noch gründlich umstrukturieren und -schreiben – es war ja mein erster Roman, und für mich als gelernte Journalistin ein Umlern-Prozess!



Frage 14: Hattest du schon als Kind einen besonderen Bezug zu Büchern? Wenn ja, welches war dein Lieblingskinderbuch?

Ich war so begeistert von Büchern, dass ich beim Lesen meiner allerersten Kindergeschichten ganz vorne beim Impressum anfing: Von „Copyright 1967 by Western Publishing Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten“ bis hin zur ISBN-Nummer. Natürlich wusste ich nicht, was das alles bedeutete und wie man es betonte, aber ich fand es fantastisch, es selbst entziffern zu können. Zu meinen liebsten Kinderbüchern zählten etwa Guten Morgen, lieber Tag von Gyo Fujisawa oder das Märchen Peterchens Mondfahrt. Und die üblichen Verdächtigen von Astrid Lindgren, vorneweg Madita. Ich finde, sie – Lindgren – hatte einen feinen Humor, über den ich noch als Erwachsene lachen kann.


Ich bedanke mich bei Anja Burkel ganz herzlich für dieses tolle Interview und wünsche ihr für ihre Zukunft als Autorin alles Gute!

 

Und schon wieder eine tolle Autorin kennengelernt. :-) 
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!

Alles Liebe, eure
 

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